Frauen und Schafkopf

Selbst zu Zeiten der Emanzipation ist es den Frauen nicht immer möglich, sich in so genannten Männerdomänen einzugliedern. Eine dieser Domänen ist und bleibt das Schafkopf Spiel. In früheren Zeiten war es den Frauen meist ganz verwehrt, sich einem Männerstammtisch zu nähern, es sei denn, es war eine Wirtin oder Kellnerin, die die leeren Biergläser auffüllte. Sich hinzusetzen, und am Schafkopf teilzunehmen, war für die Damen verpönt.

Auch heute ist es durchaus noch so, dass die Frauen bei diesem unterhaltenden Spiel nicht eingeladen sind. Auch wenn die Regeln bezüglich der Anwesenheit am Stammtisch um einiges lockerer geworden sind, bleiben die 32 Karten streng in der Hand der Männer. Verirrt sich doch eine Frau an den Spieltisch, gilt diese schon fast als frivol, obwohl sie ja nichts anderes tut, als mit der Schellen As, der Eichel As oder einen Wenz oder vielleicht ein Solo zu spielen.

Es mag an der Schafkopf-Sprache liegen, die während des Spiels verwendet wird – die manchmal doch härtere Worte an den Tisch bringt, dass man die zart besaiteten Frauenohren nicht am Tisch haben will. Auch, dass es ab und an etwas lauter wird, wenn ein Spieler hätte „schmieren“ müssen, und dies verpasst hat, kann ein Grund sein; schließlich sind schlechte Schafkopf Spieler schon oft der Grund für ganze Wirtshaus-Raufereien gewesen.
Dass Frauen nicht zu dumm sind, das Regelwerk zu begreifen, zeigen einige wenige, die sich den Weg an den Spieltisch, und auch in die Turniere erkämpft haben. Sie zocken mit, können Kontra und Re verteilen, und müssen von ihren weiblichen Waffen kein bisschen einsetzen, um – mal mehr und mal weniger – erfolgreich zu sein. Bleibt abzuwarten, ob sich in den nächsten Zeiten daran etwas ändert.