Die Sonderrunden beim Schafkopf
Sogar eingefleischte Schafkopf Spieler wissen und kennen nicht alles, was mit diesem interessanten und mannigfaltigen Spiel zusammenhängt. Ebenso hat jeder seine Vorlieben. Das lange Spiel, mit 32 Karten für vier Spieler, oder das kurze Spiel, welches ebenfalls zu viert, aber nur mit 24 Karten gespielt wird – die Siebenen und Achten fehlen hier – finden jeweils ihre Liebhaber und Gegner. Auch zu dritt wird mit der kurzen Karte manchmal gespielt; man spricht dann vom „Solern“, was, wie der Name schon sagt, bedeutet, dass nur Solos gespielt werden.
Nun gibt es aber von Region zu Region, von Tisch zu Tisch Sonderrunden, die in das Spiel eingebunden werden. Kaum ein Spieler kennt wirklich alle dieser besonderen Spielrunden, die ganz unterschiedlich geartet sind.
Die bekannteste dürfte wohl noch die Schieberrunde sein. Hierbei werden die beiden höchsten Bauern, also der Eichel und der Gras Ober an den ersten Spieler ausgehändigt. Danach wird gemischt und gegeben. Sind alle Karten verteilt, hat der erste Spieler zehn Karten, der Geber nur sechs. Nun muss der erste Spieler entscheiden, ob er ein Farbsolo spielen will, oder nicht. Spielt er es, muss er zwei seiner Karten weiter “schieben“, an den nächsten Mitspieler am Tisch. Dieser schiebt wiederum, und so bekommt der Geber vor Spielbeginn seine acht Karten zusammen. Dann wird das Solo regulär gespielt und bezahlt. Spielt der Besitzer der höchsten Trümpfe sein Solo nicht, muss er die Bauern an den Geber zurückgeben, dieser hat dann ebenfalls die Gelegenheit, ein Farbsolo zu spielen. Spielt auch er nicht, werden die Karten zusammen geworfen, es wird in den Stock einbezahlt. Schieberrunden werden auch mit drei oder vier verschobenen Bauern gespielt, in denen das Farbsolo vor dem Geben bestimmt werden muss.
Weitere Runden sind Kreuzbockrunden, Doppler- und Bockrunden, Ramschrunden, und manche Sonderrunden, die wirklich nur an einem Tisch oder innerhalb einer Runde gespielt werden.
Die letzte Runde an einem Abend wird ebenfalls auf besondere Weise festgelegt. Nach dem Motto: „Der Alte gibt die letzte Runde“ gibt derjenige Spieler, der beim nächsten Rufspiel den Eichel Ober, also den „Alten“ hat, gibt die erste Hand der letzten Runde – wenn nicht noch eine Ehrenrunde gegeben wird… oder zwei…